Okt 7 2017

Warum wählen Menschen AfD?

Ein große Verwunderung ging durch das Land als eine rechtsnationalistische Partei namens AfD im Herbst 2017 in den Bundestag einzog. Statistiken zeigten klar, dass die Wählerschaft allgemein den Süden und spezieller das Gebiet der ehemaligen DDR als Wohnsitz bevorzugt. Aber die farbliche Darstellung der Wählerdichte nach Regionen erklärt wenig. Und so gab es 1001 Talkshow sowie Dutzende mehr oder weniger sinnstiftender Artikel in den sogenannten Qualitätsmedien. Aber erklärt wurde wenig. Zeit, die Spekulationen mit etwas Licht zu erhellen… Hier weiterlesen


Aug 12 2014

Schau mal

Als es noch kein Internet gab, macht jeder so rum. Manche hatten schon damals den Verdacht, dass eines Tages ein TV-Team reinschneit und einfach die Wohnung, die Klamotten und den Wagen abfilmt. Also legte man sich eine gediegene Wohnung zu, klebte eine hübsche Freundin rein, mähte den Rasen und wartete auf die mediale Öffentlichkeit. Von Zeit zu Zeit lud man Bekannte und Verwandte ein, um das blitzblank polierte Leben bestaunen zu lassen. Verwundert schaute man dann in den grellen Blitz der Schwiegermutterkamera. Das ist heute anders. Hier weiterlesen


Mrz 26 2014

Der soziale Krebs: Kooperation vs. Institution

Wer die Nachrichten und Talkshows verfolgt, konnte die fleißigen Helfer am Werk sehen: Die Funktionäre von gemeinnützigen Institutionen schützen ihre Homebase vor Kritik. Obwohl oder gerade weil sie nicht im luftleeren Raum agieren, sind die Institutionen empfindlich gegenüber nachbohrenden Journalisten. Gegründet wurden sie, um gesellschaftliche Aufgaben zu organisieren, aber sie verharren seit langem nur noch im Stadium der Selbsterhaltung. Wer Anfang 2014 den ADAC betrachtete oder die Parteien angesichts der Edathy-Affäre, dem wurde offenbar, dass sie zwar munter wachsen, aber dem Wirtsorganismus nur noch eingeschränkt dienlich sind. Und da sie offenbar kein lebenswichtiges Organ der Bevölkerung mehr darstellen, wird es Zeit, das Ziel ihres Wachstums kritisch zu hinterfragen. Hier weiterlesen


Jul 21 2013

Die Feinde der Schafe sind…

Im Internet begegnet sich der Mensch selbst. Ein Kaleidoskop aus Milliarden Bildern und Wörtern. Nicht wenige haben auf diesem Weg eine neue Identität gefunden. Auch die Institutionen. Die vielgehasste Überwachung des militärisch-industriellen Komplexes, also der Verbrüderung der Hochtechnologie mit staatlichen Behörden, ist ein Lackmus-Test für den Umgang der Politiker mit dem Wahlvolk. Über Nacht wurden Verschwörungstheoretiker zu faden Realisten. Das passiert nicht zum ersten Mal. Hier weiterlesen


Jun 4 2012

Wir werden inkompatibel!

Nun also ist es mal wieder soweit. Revolution. Disruption. Oder wenigstens Evolution. Unter dem Begriff Zeitenwende macht es heute kein Experte mehr, der sich das Netz, die Software oder gar Mechatronik/Robotik vorgenommen hat. Da plätschern die Innovationen in der Automobilbranche, der Pharmaindustrie oder der Bankenwelt so vor sich hin. Aber die Welt der digitalen Technik hält wacker das Fähnchen der Innovation hoch. Nur wir dumme Gesellschaft kommen nicht mit – durch unser soziales Gewese… Hier weiterlesen


Dez 6 2011

Datenschutz als Vorbild?

Ein Schleswig-Holsteinischer Datenschützer legt sich mit Facebook an. Facebook hortet illegale Kinderprofile. Es wäre Zeit zu reden. Denn die in solchen Meldungen verborgene Aufgabe kann uns zu einer Neubestimmung der sozialen Marktwirtschaft inspirieren.

Es ist noch gar nicht so lange her, da konnte man eine lukrative Karriere mit einer Vortragsreihe über das Ende der Nationalstaaten realisieren. Jetzt im Jahr 20 nach der neuen Zeitrechnung des weltweiten Datennetzes für jedermann ist der Nationalstaat im Netz oft ein zahnloser Tiger. Millionen von Bürgern vertrauen Kreditkartenfirmen und Rabattdienstleister ihr Innerstes an: ihr Konsumverhalten. Es ist eigentlich gar kein Problem, mithilfe dieser Daten ein Bewegungsprofil und eine Studie über Charaktereigenschaften zu erstellen. Keinen störte das bisher. Im Internet gilt so ein Verhalten der Firmen als verwerflich. Denn die Firmen sind im Niemandsland namens USA. Dort passieren allerlei böse Dinge mit dem Klickverhalten unbescholtener Bundesbürger im geliebten Internet. Allen voran sind Google und Facebook die Bösewichter par excellence. zumindest haben uns das viele so gesagt – in Talkshows, in Artikel und am Stammtisch. Und wir, die normalen Nutzer der Webdienste, sind die lahmen Enten, die keine Ahnung von Technik haben und daher auch nicht wissen dürfen oder müssen, was eigentlich mit unseren Daten gemacht wird… Hier weiterlesen


Sep 11 2011

Cyberdämmerung

Eine global koordinierte Cyberattacke auf das Finanzsystem oder die Stromnetze könnte uns zurück ins 18. Jahrhundert werfen. Die Ursachen sind aber nicht technischer sondern gesellschaftlicher Natur. Hier weiterlesen


Jul 29 2011

Der Feind im Wir

Dunkle Motive schlummern in jedem von uns. Manche Lebenssituationen können sie ans Tageslicht bringen. Ob unsere Kultur sie bändigen kann?

Es scheint ein Kind der mächtigen Naturwissenschaft: das Suchen der Ursachen für das Böse in psychischer Krankheit. So wundert es nicht, dass uns der große Antipode des Guten nur noch in einer kränkelnden Form erscheint, aber Schwäche ist sicher die falsche Unterstellung. Vor nicht allzu langer Zeit sprach man beim Guten noch von Fruchtbarkeit oder Eros. Damit hatte der denkende Mensch noch so gerade eben beschreiben dürfen, was das Individuum zum anderen treibt, ohne ein Tabu zu brechen. Die Romantik trieb diese Hinwendung zum anderen in sakrale Höhen…
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Jul 26 2011

Archäologie der Argumente

Der junge Mann aus gutem Hause hat eine gute Ausbildung genossen. Das goutieren die vielen anderen Menschen aus gutem Hause. Sie funktionieren daher genauso wie es vorgesehen war: Jeder sucht aus dem norwegischen Plagiat genau das raus, was ihm oder ihr als Feindbild in den Kram passt.

So finden die Feministinnen seinen Frauenhass bedenkenswert, manche erkennen fundamentalistische Lehrmeinungen oder gar nationalistische Leitbilder.

Ein Glück, dass zumindest die norwegischen Richter nicht auf ihren Knöpfen rumdrücken lassen und die ganze Chose nicht coram publico durchkauen. Er bekommt dort keine Öffentlichkeit. Damit könnten die vielen Versatzstücke geistiger Tätigkeit genau dort bleiben, wo sie hingehören.

Aber jetzt wird alles hübsch genau da publiziert, wo es sonst nie stattgefunden hätte.

Sicher, einige Zeitgenossen werden nun erklären, dass man genau diese „kruden Thesen“ im Licht der Öffentlichkeit diskutieren muss. Muss man das? Vor allem dann, wenn man das eigene Unverständnis gegenüber diesem Mann und diesen Ideen vor allen Menschen paaren muss mit der eigenen Ohnmacht?

Es wäre sicher hilfreich gewesen, auf den „enemy within“ zu verweisen, so wie es Johann Galtung tat. Aber dann könnte man sich nicht an diesem 1500 Seiten langen Strohalm festhalten. Dann müsste man die Reflexion nach innen beugen, in das Innerste unserer Gesellschaft. Da ist aber keine Mitte! Da sind wir… Hier weiterlesen


Apr 20 2011

Gesellen schaffen im Web?

Auf der re:publica in Berlin geht es immer um das Ganze: den Menschen, am besten in Gruppen, in großen Gruppen – die größte Gruppe ist die Gesellschaft, zumindest dort wo es keine nationalen Grenzen gibt, im Internet.

Was die Gesellschaft ist, das ist keinem so ganz klar. Es sind zumindest deutlich mehr als nur mehrere Menschen… Hier weiterlesen