Jul 31 2009

Traumschiff Enterprise 2.0 – Eine Blick auf den Markt

Was kann Enterprise 2.0 leisten?

Wikis, Blogs und Community-Plattformen sollen die in die Jahre gekommenen Intranets nicht nur benutzerfreundlicher machen, sondern die Kommunikation
im Unternehmen allgemein befeuern. Wer derartige Kollaborationsplattformen einführen will, kann sich aus einer großen Palette freier und kommerzielle Werkzeuge bedienen.

raumschiff-Tie-FighterLebendige Konversationen und das Verbreiten aktueller und passender Inhalte im Unternehmen ist via Wiki oder Blogs erheblich unkomplizierter als mit den alten Dokumentenmanagementsystemen oder der ersten Portalgeneration. Beide waren für das „Streaming“ von Austausch auch nicht gedacht. Wer weiß, dass seine Worte im Netz verbleiben, präzisiert sein Anliegen. Firmen, die derartige Software einführen, versprechen sich vor allem deshalb mehr Produktivität, weil der direkte Austausch mit Kollegen mehr Wissen freisetzt als in Dokumenten steckt. Der alte Spruch, dass Wissen das einzige ist, das sich durch Teilen vermehrt, gilt auch hier. In diesem Zusammenhang fallen oft die Begriffe Selbstorganisation und Wissensmanagement. Wo früher exklusives Wissen und Können dazu benutzt wurde, Kommandostrukturen zu verankern, sollen geteilte Erfahrungen und Fachkenntnisse dafür sorgen, dass sich das Unternehmen durch persönliches Mitteilen von Informationen flexibler und agiler bewegen kann. Evolutionäre Strategien und die Freiheit einzelner Projekte oder Geschäftsbereiche sind auf diese Weise umsetzbar.

Und was passiert in der Praxis?

Wie sich so etwas in der Praxis tatsächlich auswirkt, lässt sich noch nicht allgemeingültig beantworten. Es gibt Unternehmen die damit gute Erfahrungen gemacht haben. Allerdings gehören sie zumeiste in schnellebige Segment wie die Technologiebranche. Ob schwerfällige Großunternehmen oder konservativ geführte Betriebe damit gut klarkommen, darf mit einiger Berechtigung angezweifelt werden. Denn hier können alte Pfründe und Hierarchien ins Wanken kommen, wenn die Abteilungen ihre gut gehüteten Informationen austauschen sollen. Ohne eine partzipative und angstfreie Firmenkultur dürfte es schwierig sein, die vielfältig mäandernden Wege des geschäftskritischen Wissens gewinnbringend einzusetzen.

Die Diskussion um Chancen und Risiken wachsender Freiräume zur Verbesserung der Arbeitsprozesse findet zumeist auf der firmenpolitischen Ebene statt. Aus praktischer Sicht ist das jedoch zweitrangig. Denn zunächst bremsen vielerorts die vorhandenen IT-Strukturen solche Vorhaben. Klar dürfte allerdings sein, dass Mashups, Blogs, Wikis und Twitter sich in den Unternehmen als Verlängerung der etablierten Dokumentenmanagement- und E-Mail-Lösungen immer weiter ausbreiten werden und so den Begriff des Enterprise 2.0 mit Leben füllen. Inzwischen existieren zahlreiche Werkzeugsuiten, mit denen sich entsprechende Vorhaben technisch und organisatorisch umsetzen lassen sollen. Doch was können die kommerziellen und ihre freien Pendants wirklich leisten?

BEA Aqualogic Pathways

BEA Aqualogic Pathways

BEA/Oracle

Kern der Enterprise 2.0 Lösungen von Oracle ist AquaLogic User Interaction, um das sich einige Werkzeuge aus der Aqualogic-Familie (Pages, Ensemble, Pathway) gruppieren. Über das Intranet-Baukastensystem Pages soll der normale Fachanwender Datenbankinformationen, Webservices, RSS-Feeds sowie unstrukturierte Inhalte aus Dokumenten ins Intranet publizieren können. Dazu gehört auch Ensemble, das Anwendungen ins Web bringt: Der Entwickler kann so Mashups (zusammengesetzte Anwendungen) mit Single-Sign-On und Aktivitätsmonitoring erstellen. Pathways ergänzt die beiden Module um Suchfunktionen für Personen und Inhalte. Es ermöglicht auch die Integration mit bestehnden Lösungen wie dem Dokumentenmanagement Documentum von EMC, Lotus Notes und Microsoft SharePoint. Es entstehen granulierbare ‚Smart Views‘, die jeden Winkel des Firmenwissens in Form von Inhalten und Kollegen erhellen.

Oracle hatte aber auch schon vor dem Zukauf eigene Lösungen parat. Der zentrale WebCenter dient als Portal- und Anwendungsbasis und Beehive wird als Plattform für Collaboration Funktionen verwendet. Die Module Enterprise Search, Communication and Mobility Server erweitern dieses Basis und integrieren Dokumente und den mobilen Zugang. Duch den ZUkauf von Siebel erhielt Oracle Brücke eine Brücke zur CRM- und Microsoft-Welt mit den Siebel Collaboration Tools. Allerdings muss der Kunde oder der Service Partner sich alles selbst erarbeiten. Das hat den Vorteil, dass genau das entsteht, was erwünscht ist und den Nachteil, dass man genau vorher wissen muss, was man nachher haben will. Der benutzerzentrierte bottom-up Fokus lässt sich damit folglich kaum umsetzen. Mal eben etwas auszuprobieren, ist nur sehr begrenzt möglich. Doch mit WebCenter Spaces lässt sich erahnen, wie viel Potenzial in der WebCenter Version 11g steckt, wenn es um webbasierte Arbeitsumgebungen für Gruppen- und Einzelpersonen geht.

IBM/Lotus

Bei IBM fährt man zweigleisig, um beide Zukunftsstrategien zu bedienen. Auf der einen Seite baut Lotus mit Connections ein internes soziales Netzwerk á la LinkedIn für die eigene Firma nach. Wer seinen Mitarbeitern die Integration der externen Sozialen Netzwerke nicht erlaubt, aber intern mit den Vorteilen des gegenseitigen Austauschens arbeiten möchte, erhält ein mächtiges Werkzeug. Quickr erinnert eher an die Groupware-Welt und hieß früher Quickplace. Auf der Basis von Windows und dem E-Mail-Client Lotus Notes wird es zu einem umfangreichen Projektwerkzeug mit einzelnen ‚Teamplaces‘. Das Problem: Beide Lösungen sind völlig getrennt. Sie sind nur mit Mühe zur Zusammenarbeit zu überreden. Da hilft die eigene IBM Suchmaschine namens omnifind auch nur bedingt weiter. Würde diese Firmensuche soziale Komponenten enthalten, oder wenn das Social-Link-Modul Dogear eine smarte Kombination aus Suchfunktion und Social Bookmarking beinhalten würde, dann wäre IBM schon einen großen Schritt weiter. So bleibt nur das Hoffen auf eine deutlich integrativere Zukunft. Insgesamt ist das Angebot aber schon ziemlich vollständig. Intern nutzen mehr als 100.000 Mitarbeiter von IBM Connections, laut IBMs Social Computing Evangelist Luis Suarez, also fast ein Drittel der Angestellten. Trotz der Einschränkungen ist IBM hinsichtlich der ability to execute von den großen Anbietern schon am weitesten und erlaubt eine zügige Umsetzung in Produktivumgebungen – vor allem, wenn Lotus Domino/Notes schon vorhanden ist.

Microsoft

Microsoft kann sich bisher auf der Nutzerfreundlichkeit ausruhen, die weniger auf der herausragenden usability als viel mehr auf den Gewohnheiten der meisten Mitarbeiter beruht, die alle die Office-Suite aus Redmond gut kennen. Auf den Blog- und Wiki-Augen ist Microsoft merkwürdig blind und verläßt sich wie auch SAP auf spezialisierte Zulieferer. Es gibt die Möglichkeit, in SharePoint Blogs und Wikis zu erstellen. Aber die Amerikaner kooperieren nicht ohne Grund mit dem Spezialanbieter Atlassian (s.u.) und nutzen deren Enterprise-Wiki Confluence.

Außer dem innovativen Versuch mit dem hauseigenen Knowledge Network das Erstellen eigener sozialer Netzwerke auf eine sinnvolle Weise mit Inhalten zu verbinden, gibt es wenig Innovatives zu berichten. Ähnlich wie Oracle ist der Kunde vollständig auf die Fähigkeiten des Service Partners angewiesen.

Lotus Notes Erfinder Ray Ozzie entwickelte den virtuellen Arbeitsplatz namens Groove mit einem innovativen Ansatz. Seit Microsoft seine Firma Groove Networks aufkaufte, wird es nicht mehr gehegt und gepflegt. Der innovative Peer2Peer-Gedanke als Grundlage der Datenhaltung wurde nicht zu Ende geführt. Der Client ist zu schwerfällig und die Chance, hier andere Betriebssysteme an die Microsoft-Welt anzuschließen, ist noch immer nicht umgesetzt. Es verwundert also nicht, dass Groove demnächst als SharePoint Workspace auf den Markt kommt. Ob der große Riese es sich noch leisten kann, sich auf seiner Office-Suite auszuruhen, kann getrost bezweifelt werden. Es wird spannend, zu sehen, was auf der Grundlage von Windows‘ Services Plattform für das Cloud Computing entsteht, die auf den klangvollen Namen Azure hört.

SAP

SAPs Plattform für Geschäftsanwendungen kommt in der zukünftigen Version NetWeaver 7.2 erst Ende des Jahres – dann auch wieder mit Collaboration Funktionen. Spannend wird die Umsetzung von Web 2.0 Funktionen mit den Reportingmodulen aus Business Objects und NetWeaver. Wie und was die SAP in dieser Kombination umsetzen wird und was den Partnern überlassen bleibt, ist noch offen. Ob beim Erscheinen mit NetWeaver 7.2 ähnliche Leistungen wie sie die Module von Oracle/BEA anbieten, umsetzbar werden, bleibt abzuwarten.

Bis dahin hat sich SAP auf die Politik des Werkzeugkastens, der Oracle und Microsoft ebenso folgen, zurückgezogen. Ohne virtuose Service Partner wird auch hier wenig von der Leistung auf die Straße des Büroalltags übertragen. Es drängt sich die Frage auf, ob es sinnvoll ist, derart komplexe und leistungsfähige Plattformen zu bauen und dann auf den Service Partner vor Ort zu vertrauen. Und das, obwohl Jeff Nolan schon 2006 für SAP eine eigene Enterprise 2.0 Initiative auf der Basis von SOA (service OrientedArchitecture), SaaS (Software as a Service) und Open Source vorhersagte. Bisher sieht man davon wenig.

Aber die Widget Development Tools, die man sich vom SAP Developer Network herunter laden kann sowie der Prototyp Rooftop zeigen einmal mehr, dass Mashups zunächst den Kern von E 2.0 mit kleinen SOA-Elementen bilden könnten. Das hat auch Gründe, denn die klassische Klientel wird SAP kaum zu dem ‚Harmony‘ getauften Projekt für soziale Netzwerke uneingeschränkt folgen.

Zu tief sitzt der Stachel der ewigen Prozessoptimierung, den die SAP jahrelang in den Büroalltag hinein trieb. Da erscheint eine Kehrtwende hin zu partizipativen Strukturen zurecht als nicht ganz glaubwürdig. Leider. Denn wenn die SAP dieses Thema offen und offensiv anginge, würde sich rund um Enterprise 2.0 sehr schnell sehr viel bewegen. Aktuell lässt die Kooperation mit Sybase aufhorchen, die Teile der Standardsoftware per mobilem Zugang für Außendienstmitarbeiter zugänglich macht. SAP hat für den mobilen Zugriff auf die Business Suite diePlattform Netweaver Mobile im Angebot. Und auch die SAP hat einen Connector für Atlassians Confluence-Wiki im Gepäck.

Atlassian Confluence

Atlassian Confluence

Spezialisten

Es gibt seit einigen Jahren erfolgreiche Spezialanbieter im Geschäftsfeld Enterprise 2.0. Viel gruppieren ihre Plattform rund um ein eine eigene Wikilösung. Mehrfach worden genannt sind die Australier Atlassian. Seit 2002 direkt von der Uni gegründet, schauen die beiden damals 22jährigen Gründer Scott Farquhar und Mike Cannon-Brookes mittlerweile auf über 15.000 Kunden. Und obwohl sie mit JIRA zunächst den Markt der Projektmanagementtools adressierten, ist nun ihr Enterprise-Wiki Confluence ein weltweiter Erfolg in über 110 Staaten.

Sehr innovativ ist auch der Ansatz von personALL aus Frankreich, die eine Plattform anbieten, die Menschen und Dokumente gleichermaßen verbindet. Hier ist das, was IBM noch nicht ganz geschafft, hat schon gut integriert: die Welt der Akten und Dokumente mit den Kollegen und Teams zu verbinden. Das Portal läßt sich einfach erstellen, man kann es per Monat und Nutzer zahlen oder eine eigene lokale Lösung kaufen. Alle bekannten Google Apps sind direkt integrierbar.

Eines der Vorbilder der Franzosen ist Socialtext, die ein weitgehend komplettes Angebot an E 2.0 Lösungen entwickelt haben, die per SaaS oder auch lokal eingesetzt werden können. Socialtext kann den Einsatz der E2.0-Suiten der Großen überflüssig machen. Darin vergleichbar setzt Jive mit seiner SBS Plattform direkt auf abteilungsspezifische Lösungen für Marketing, Help Center und Forschungsabteilungen, liefert aber auch horizontal sehr viele E 2.0 Funktionen für Mitarbeiter und Abteilungen. Auch bluekiwi ist schon ein alter Hase im Enterprise 2.0 Markt und setzt, wie viele Mitbewerber schon eigene Lösungen für den mobilen Zugriff auf social software im Unternehmen ein. Mit Dassault Systems hat man nun auch einen europäischen Partner für das industrienahe Einsetzen der eigenen E 2.0 Suite namens bluekiwi 2009. Anders als bei anderen Anbietern setzt bluekiwi auf den persönlichen Austausch, Gruppenfunktionen und die Konversation. Sie versuchen erst gar nicht, bestehende DMS-Funktionen oder Enterprise Content Management nachzubilden.

Auf SaaS setzt box.net und bietet ähnlich wie getdropbox ein virtuelles Laufwerk für Projekte oder ganze Firmen an. Allerdings ist dies bei box.net erweitert um eigene Workspaces für Teams mit Foren und Bewertungen und mobilem Anschluss – auch per LinkedIn ist der Zugriff möglich. Der Anbieter Connectbeam ist bekannt dafür, die alte Welt aus SharePoint und Outlook und eben Confluence mit innovativen Zusatzdiensten zu erweitern. Eine guten Einstieg für KMU und aufwärts bietet auch telligent (kein Druckfehler!) , die sich auf die .NET-Plattform spezialisiert haben.

OpenSource – was können die Freien?

Web 2.0 ist eine Domäne quelloffener Software. Da liegt es nahe, auch im Enterprise 2.0 Umfeld nach solchen Lösungen zu suchen. WordPress für Blogs und DokuWiki sowie MediaWiki oder Foswiki sind praktisch jedem bekannt. Auch Content Management Systeme (CMS) für Communities wie elgg, Drupal oder Silverstripe sowie Online Projektmanagement Werkzeuge wie egroupware bedürfen kaum einer Vorstellung. Nicht zuletzt der Online Wahlkampf von Obama hat die Leistungsfähigkeit der freien Lösungen unter Beweis gestellt.

Dr. Friedrich Schanda von Pentasys hat eine übersichtliche Studie über die Enterprise 2.0 Lösungen der großen Softwareanbieter erstellt und meint zu E 2.0 mit Freier Software:“ Fast alle innovativen Ansätze für Web 2.0 kommen ursprünglich aus dem OpenSource Umfeld. Einige Tools ragen heraus und haben sich durchaus im Enterprise Umfeld etablieren können. Ein gutes Beispiel dafür ist das Wiki Confluence (von Atlassian), das es bei SAP Anwendern zu einiger Beliebtheit gebracht hat (inzwischen eine offiziell von SAP geduldete Ergänzung zum NetWeaver Portal). Selbst Microsoft gab eine Integration mit dem SharePoint Server 2007 in Auftrag. Generell sehe ich aber die Verbreitung von OpenSource im Zusammenhang mit Enterprise 2.0 eher bei den Plattformkomponenten (LAMP).“

Diese Meinung vertreten nicht alle IT-Dienstleister. Firmen wie Optaros haben sich darauf spezialisiert, integrative Konzepte mit quelloffenen Applikationen zu realisieren und setzen auch auf Frameworks wie alfresco, das als Enterprise Content Management viele Rollen einnehmen kann und für die Integration anderer Lösungen dient – wenn man sich erstmal eingearbeitet hat. Alfresco verfolgt die Idee, über das bekannte und eingesetzte Dokumentenmanagement in die Firmen zu gelangen und dort zunehmend auch andere Funktionen wie eben auch social software zu integrieren.

Die Alfresco Enterprise Edition 3.0 umfasst Alfresco Share, das auf dem eigenen ECM-Repository aufbaut und ein direkt einsatzfähiges Collaborative Content Management erlaubt. Es ist eher ein Rahmen, in den Blogs und Wikisintegriert werden und dann durch zukünftige Standards wie CMIS (Content Management Interoperability Services) oder eine Suchmaschine (Lucene) firmenweit zugänglichsind. Alfresco sorgt also für übergreifende Funktionen,neben der Suche sind das Activityfeeds, ein persönliches Dashboard zum Zusammenstellen personalisierter Inhalte, Teambildung mit internen undexternen Mitgliedern und eine Menge dokumentenzentrierter Funktionen.

Als Web 2.0 Portal für den Firmeneinsatz hat sich die Portalsoftware Liferay besonders bewährt. Liferayunterstützt bekannte Standards wie JSR 168, JSR 286 und JSR 170. Aus Entwicklersicht werden Kenntnisse in den Bereichen Java, JSP oder JSF, XML und Struts gebraucht. Es handelt sich um eine ausgewachsene Portallösung inklusive CMS auf Java-Basis mit dem für jede Abteilung oder Niederlassung eigene Seitenerstellt werden, die mit Portlets erweiterbar und personalisierbar sind. Auf der Basis der MIT-Lizenz können leicht eigene Strukturen und Wünsche integriert werden. Und es kommt noch besser: Das neu entwickelte und 2008 vorgestellte Social Office liefert eine Integration mit Microsoft Office und unterstützt die vernetzte Kooperation mit Funktionen wie einem Team Kalender, Wiki oder einer Document Library.

Spezialisierte Einzellösungen wie scuttle, das sich alsGrundlage für viele bekannte Social Bookmarkingdienste bewährt hat oder pligg, das diese Idee noch weiter in Richtung Soziale Netzwerke umsetzt. Mit laconi.ca und mit Einschränkungen auch Yammer kann jeder seine eigene interne Twitterplattform einrichten und betreiben. Und neben der Multiuserversion der weltbekannten Blogsoftware von WordPress MU wird auch Apaches Pendant Roller immer interessanter, vor allem, wenn man sowieso schon mit Jakarta Tomcat arbeitet. Michael Haffner vom österreichischen Dienstleister kbex setzt häufiger auf Open Source:“Für einen Kunden aus der Finanzbranchehaben wir einige Open Source Tools für das Enterprise 2.0 Intranet getestet. Die Gewinner waren WordPress für die Blogs und Xwiki für den Wissensaustausch. Beidelaufen dann parallel zu einem normalen CMS. Laconica ist die Plattform der Wahl für Kurznachrichten, als internetbasierendes Tool hält Konkurrent Yammer den Security-Richtlinien des Kunden nicht stand.“

Fazit

Wer über eine umfangreiche IT-Infrastruktur mit Retrieval- und Archivsystemen verfügt, sollte auf die Erfahrung von Suchmaschinenpezialisten wie die Münchner 30digits zurückgreifen, um Enterprise 2.0 Lösungen sinnvoll an vorhandene Strukturen anzuschließen ohne auf detaillierte Sicherheitsvorgaben zu verzichten. Auch die Produkte der großen Anbieter können bei bereits installierten Lösungen aus demselben Haus klare Vorteile bringen. Die Spezialanbieter sind jedoch, was die Reife ihrer Lösungen angeht und die Fähigkeit zügig produktiv zu gehen, in vielen Bereichen überlegen. Open Source ist der beste Ansatz, wenn man schnell niedrigschwellige Angebote an die Belegschaft machen will, die auch mit Freelancern schnell umsetzbar sind und frischen Wind ins Intranet bringen. Das kann den Vorteil haben, kostengünstig zunächst den Bedarf zu ermitteln. Einfache Benutzung schlägt technische Raffinesse allemal.


Jul 30 2009

sikisoko proudly presents: the future of the web – the global village

Since quite a long time I’ve been working with my mate Harry Knoll from Brooklyn on the birth of sikisoko, a platform for global neigborhood, which means a search engine without input field and social network without the net. Here it is – the self-empowerment platform sikisoko. You are very wellcome to contribute seed money in order to build the first pilot projects in south america, asia and africa.

Seit einige Zeit arbeite ich an dem sikisoko Projekt von Harry Knoll aus New York, einer webbasierten Plattform für digitale Nachbarschaft. Es ist eine Suchmaschine, die keine ist und es ist ein Soziales Netzwerk ohne Netz. Es geht schlicht darum, die Idee des Dorflebens ins Netz zu bringen.. Schaut Euch den Film an, wir sind an Seed-Money und Investoren interessiert, die philanthropisch eingestellt sind – ideologisch bleiben wir neutral – keine Politik! Wir starten unsere Pilotprojekte mit Partnern vor Ort in Südamerika, Asien und Afrika. Wir suchen noch Partner und Institutionen aller Art.


Jul 30 2009

Leonard Cohen schreibt Buch zum 75. Geburtstag und wir lesen es vor

Leonard Cohen wird im September 75 Jahre alt.

LeonCoh69

Das Gewissen einer Generation. Der Bruch einer Generation. Frauenschwarm. Idol.
Nach fünf Jahren in einem Zen Kloster hatte Cohen wieder geschrieben. Ein Buch.

Das Buch der Sehnsüchte erschien 2006 in den USA.
Gedicht und ein bißchen Prosa.

Der Blumenbar-Verlag ließ es übersetzen und es erschien im letzten Jahr in deutsch.
Michael Friedrich hat einige Passagen gelesen.
Wer ein Hörbuch davon möchte, möge sich melden.
Wir würden es gern produzieren. Wir überlegen noch.

Was sagt Ihr?

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Jul 27 2009

Die Leser machen Zeitungen profitabel – Nichepaper Manifesto

Umair Haque - Photo by psd/flickr

Umair Haque - Photo by psd/flickr

Um mal Klartext zu reden: Zeitungen verkaufen ihren Anzeigenkunden eine Leserschaft. Um dem ganzen Objektivität zu verleihen, die man monetarisieren kann, nannten sie das Gebilde Reichweite. Die Journalisten waren sozusagen der Köder. Seit einigen Jahren liefert Google jedem Anzeigenkunden eine detaillierte graphisch aufbereitete Analyse der jeweiligen Anzeige nach Uhrzeiten, geografischer Herkunft und Anzahl der Klicks und vielem mehr für überschaubares Geld. Die Anzeigenkunden wollen das so, weil in den Firmen nicht die Strategen entscheiden sondern die Controller.

Nun haben die Verlage weniger Gewinn, weil die Anzeigen weniger werden. Früher war das noch so, weil jede zweite Woche eine neue Zeitung auf den Markt kam. Nun liegt es wirklich an der Krise der Sklavenindustrien und Hilfsdienstleistern, die von dem Wohl und Wehe der Herrscher der Welt (Banken) abhängen. Es liegt aber auch an dem besseren Kosten-Nutzenverhältnis bei Search Advertising. Da man lange über das blöde Web gelästert hat, wurden schnell alle Verlagsinvestitionen ins Web auf das Nötigste reduziert. Die Verlage haben sich damit neue Geschäftsfelder verschlossen. Da man jetzt also nicht mehr profit by operation schafft, versucht man profit by regulation und haut täglich auf die Wahlkampfglocke und inflationiert die Lobbyarbeit. Man hat ja ein Pfund. Denn die öffentliche Meinung entsteht durch die Presse – zumindest war das vielleicht mal so. Naja, viele haben das erfolgreich geglaubt.

Und so verkommt jede zweite ehemals glaubwürdige Zeitschrift oder Zeitung mit einem jahrzehntelang aufgebautem Brand (Ruf einer Marke und Markenwert) zu einem Sprachrohr dieser Strategie namens profit by regulation. Denn die Redaktionen müssen auf das Web schimpfen und Begriffe wie geistiges Eigentum, Urheberrechte und Leistungsschutzrechte lustig durcheinanderwirbeln – Laien eben.

Nun setzt sich Harvad-Professor Umari Haque, der Vordenker ohne den es Chris Andersons Bücher wie The Long Tail und Free nie gegeben hätte, hin und schreibt sein Nichepaper Manifesto.

Als Erstes schafft er klare Verhältnisse: Nicht die Journalisten machten die Verlage im 20 Jahrhundert profitabel sondern die Leser.

Und anders als der Kasinokapitalismus bewertet Haque im 21. Jahrhundert es als existenziell, mit allen Gruppen der stakeholder zusammen Gewinn zu erwirtschaften und es nicht aus ihnen heraus zu pressen. Das meint Leser und Mitarbeiter und alle anderen Interessengruppen wie Politiker und – ja die Aktionäre natürlich auch. Denn es geht nicht darum einfach „besser zu verkaufen“ wie es seit 50 Jahren in 367.726.338 Ratgeberbüchern heruntergebetet wird. Es geht um bessere Produkte und Dienstleistungen.

Wer es noch nicht weiß: Die awareness economy ist durch die reputation economy abgelöst worden. Tolle Produkte machen zufriedene Kunden. Es gibt keine bezahlbare Werbung, die mehr Kaufentscheide positiv entscheiden kann, als Käufer, die von ihrem Kauf begeistert sind und ihren Kollegen und Freunden davon berichten. Wer also alles Geld auf dem Marketing abzieht und in die Produktentwickling MIT den Kunden steckt, wird morgen noch eine Firma sein. Wer nicht, muß eben die Politiker um neue Schutzgesetze bitten. Das Ergebnis solcher Prohibitionsgesetze kennen die Amerikaner gut: Hoffen wir, dass die deutschen Politiker nicht vor ihren gedruckten Sprachrohren einknicken…

Viel Spaß beim Lesen des Manifests von Umair Haque.

Hier noch die Keynote vom 24.Juli 2009 von Umair Haque anläßlich des VINT Symposium 2009 “Fast Forward”:

Keynote "Constructive Capitalism" by Umair Haque from Sander Duivestein on Vimeo.


Jul 27 2009

Michael Konken vom DJV erklärt sein Feindbild Internet

Eben bei Björn Sievers gefunden.
Kein Kommentar. Das würde sicher eine teure Verleumdungsklage nach sich ziehen.


Jul 24 2009

Reboot09: Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts

Seine Exzellenz Howard Rheingold gab mal wieder fast 50 Minuten lang Einblick in sein stupendes Wissen auf der reboot09 in London Anfang Juli. Wer nicht da war, hat etwas Wesentliches verpasst, was hinsichtlich Social Media passiert.

In Deutschland ergeht man sich noch in Diskussionen rund um Analogien beim neuen Journalismus und den Entwicklungen im  Web rund um die Musikindustrie seit Ende der Neunziger. Es ist offenbar, dass diese Diskussion den Sinn und Gehalt von Social Media vollkommen verkennt. Warum? Hier erfährt man mehr:


Jul 22 2009

Qualitätsjournalismus: Transparenz ist die neue Objektivität – von David Weinberger

Dieser Text ist meine Übersetzung des Originaltexts von David Weinberger (danke an David für die Erlaubnis, ihn zu übersetzen und hier zu veröffentlichen). Mehr zu Weinberger hier sowie unten im Video zum Vortrag auf der PDF09 (Keynote).

d-weinberger„Ein Freund bat mich, genauer zu erklären, was ich meinte, als ich anläßlich der PDF09 folgenden Ausdruck gebrauchte “transparency is the new objectivity” (Transparenz ist die neue Objektivität). Zunächst muss ich mich dafür entschuldigen, erneut das alte Klischèe zu nutzen „X ist das neue Y“. Zweitens meine ich damit, dass Transparenz nun in einer Ökologie des Wissens zumindest teilweise die Rolle einnimmt, die man früher der Objektivität zugedacht hat.

[Die Aufklärung entmachtete die religiösen Weltbeweise und erschuf in der Folge den neuen naturwissenschaftlichen „Gott“ der Objektivität.]

Außerhalb des wissenschaftlichen Bereichs ist die Objektivität heutzutage alles andere als etwas Erstrebenswertes und selbst dort gilt sie als eher ungenau und schemenhaft. Das Problem mit der Objektivität liegt darin, dass sie versucht zu zeigen wie die Welt ist, wenn man keinen besonderen Standpunkt einnimmt, was ungefähr dasselbe ist, wie sich zu fragen, wie etwas im Dunkeln aussehen würde. Nichtsdestotrotz, Objektivität – auch als unerreichbares Ziel – diente uns als Modell dafür, wie wir Informationen unser Vertrauen schenken können – speziell in Bezug auf die moderne Presselandschaft.

Man kann das erkennen in den ersten Widerständen der Zeitungen gegen die Welt der Blogs erkennen. Man erklärte uns, das Blogger ihren Ansichten folgten und die Journalisten uns objektive Informationen liefern würden. Natürlich, wenn man nicht glaubt, dass Objektivität realisierbar ist, dann nimmt man an, dass der Anspruch nach Objektivität die offensichtlichen Vorurteile verdeckt. Das genau war es, was ich meinte, als ich 2004 während einer Blogger Presse Konferenz bei der Democratic National Convention mit dem Pulitzer-Preisträger Walter Mears sprach und ihn fragte, wen er denn als Präsident unterstützen würde. Er antwortete: “ Wenn ich ihnen das erzähle, wie können sie mir dann vertrauen?“ Worauf ich meinerseits fragte, wie wir ihm glauben könnten, was er bloggen würde, wenn er sich nicht erklärte.

Dies ist eine Bedeutung von Transparenz ist die neue Objektivität. Was wir bisher immer als objektiv annahmen, weil wir den Autor als objektiv einschätzten, können wir nun bewerten durch die Texte eines Autors in denen er oder sie die Quellen und Werte reflektiert, die ihn oder sie zu einer Position bewegen. Transparenz gibt dem Leser die Informationen, die bisher unausgesprochenen Vorlieben und Tendenzen aufzudecken und abzulösen. Transparenz erlaubt so eine Zuverlässigkeit, die eigentlich die Objektivität lieferte.

Der Umbruch ist, nun, epochal.

Objektivität war bisher ein Ankerpunkt für den Glauben: Wenn die Quelle objektiv ist und gut informiert, dann hat man ausreichend Grund, ihr zu glauben. Diese Objektivität eines Reporters ist der Haltepunkt für Nachfragen des Lesers. Das war Teil des besonderen Begriffs Qualitätsjournalismus mit dem manche Zeitungen eine hohen Wert für sich in Anspruch nahmen: Lieber Leser! Man kann nicht glauben, was man in einem schrägen Tabloid-Magazin liest, aber unsere Nachrichten sind objektiv, daher brauchst Du nicht weiter nachzuforschen. Bewertungssysteme arbeiten nach demselben Referenz-Prinzip: Wenn man einmal eine Referenzauthorität erreicht hat, die sagt: „Ich weiß es. Du kannst es glauben“ – dann ist Schluß. Ende der Geschichte.

Wir dachten bisher immer, das wäre der Weg, wie Wissen funktioniere, aber es stellt sich heraus, dass Papier so funktioniert. Transparenz wächst in einem zusammenhängenden und verknüpften Medium, wo man direkt sehen kann wie die Verbindungen zwischen den ersten Informationen und der finalen Version sind. Papier hat seine Probleme mit Querverweisen. Man kann mit Fußnoten eine Menge erreichen, aber es ist aufwendig und zeitraubend und resultiert häufiger in Versagen als in Erfolgen. Also, während des Zeitalters des Papiers, waren wir daran gewöhnt, dass die Authorität in Form eines Stopschildes kommt, dass uns signalisiert: Du hast eine Quelle erreicht, deren Zuverlässigkeit keine weiteren Nachforschungen mehr nötig macht.

Im Zeitalter der Links nutzen wir noch immer Empfehlungen, Zeugnisse und vertrauen auf Authoritäten. Dies sind unentbehrliche Wege, um Wissen zu erweitern, da wir so Dinge wissen können, die ein Einzelner unmöglich bestätigen könnte. Aber, in zunehmendem Maße trifft die Tatsache zu, dass Empfehlungen und Authoritäten nur noch für Wissen als Massenware zu, eben das, was eigentlich schon festgestellt wurde und worüber man eigentlich nicht mehr diskutieren muss. An den Enden des Wissens – bei den Analysen und der Kontextualisierung von denen die Journalisten sagen, dass genau darin ihr besonderer Wert liege – eben dort brauchen, wollen und wünschen wir Transparenz. Transparenz kann innerhalb eines Texts die bisher unausgesprochenen Werte und Annahmen, die einen Artikel argumentativ mitgestalten, für den Leser sichtbar machen. Transparenz – die integrierte Möglichkeit, einen veröffentlichten Text zu durchschauen – gibt uns mehr Gründe gibt, einen Bericht zu glauben als es die Objektivität tat.

In der Tat, Transparenz fasst Objektivität zusammen. Jeder, der Letztere für sich bzw. seine Texte in Anspruch nimmt, sollte bereit sein, uns einen Blick auf seine Quellen, Meinungsverschiedenheiten und persönliche Werte und Annahmen ermöglichen, die normalerweise gerne ausgeklammert werden.

Objektivität ohne Transparenz wird zunehmend wie Arroganz aussehen – und danach wie Dummheit. Warum sollten wir dem vertrauen, was eine Person – auch mit den besten Absichten – als wahr darstellt, wenn wir stattdessen ein ganze Netz aus Beweisen, Ideen und Argumenten haben könnten?

Kurz gesagt: Objektivität is ein Mechanismus für Vertrauen, wenn ein Medium keine direkten Verknüpfungen (Links) beherrscht. Nun kann unser Medium das.“

Hier der Vortrag auf der PDF09:


Jul 19 2009

Discussion: Is Knowledge Management dead? Are KM managers the walking dead?

Dave Snowden und Larry Prusak über KM, was es war und wie es sicht jetzt darstellt:


Jul 17 2009

Social Networks: Danah Boyd speaks about The Not-So-Hidden Classes Online – Keynote-Video

Hier das Paper dazu. (dieses Video ist eine Aufzeichnung der Keynote vom Personal Democracy Forum)


Jul 16 2009

10 Präsentationen zum Thema Social Media

Die eine oder andere Präsentation dauert etwas beim Laden.

via http://econsultancy.com/

Hierzulande in der Welt der Social Media (Marketing) Berater leider unbekannt und undiskutiert, das Social Media Manifesto von Brian Solis.

Top Social Brands 2008 laut Brian Solis:

1. iPhone
2. CNN
3. Apple
4. Disney
5. Xbox
6. Starbucks
7. iPod
8. MTV
9. Sony
10. Dell
11. Microsoft
12. Ford
13. Nintendo
14. Target
15. PlayStation
16. Mac
17. Turner
18. Hewlett-Packard
19. Fox News
20. BlackBerry
21. ABC
22. Coke
23. LG
24. Best Buy
25. Honda
26. eBay
27. Sharp
28. Lincoln
29. NBA
30. Pepsi
31. General Motors
32. McDonald’s
33. General Electric
34. Walmart
35. NFL
36. Mercedes
37. BMW
38. Samsung
39. Nike
40. Subway
41. Dodge
42. Pandora
43. CBS
44. Mercury
45. NBC
46. Disneyland
47. last.fm
48. Toyota
49. Cadillac
50. Chevy
51. Jeep
52. Netflix
53. Nascar
54. Suzuki
55. Red Bull
56. Wendy’s
57. Burger King
58. Volkswagen
59. REI
60. Nissan
61. T-Mobile
62. Verizon
63. Macy’s
64. AT&T;
65. Guess
66. Victoria’s Secret
67. Walt Disney World
68. Audi
69. TBS
70. Cartoon Network
71. IKEA
72. SEGA
73. Kia
74. Porsche
75. Fox
76. Intel
77. IBM
78. VH1
79. MLB
80. Cisco
81. Oracle
82. Saturn
83. Sprite
84. Subaru
85. Adidas
86. BP
87. AMC
88. Chili’s
89. The Gap
90. Capital One
91. Hyatt
92. Costco
93. KFC
94. Adult Swim
95. Jet Blue
96. Taco Bell
97. Converse
98. Sirius
99. Puma
100. Sears

Tracking Tools:

http://icerocket.com/

http://www.radian6.com

http://socialmention.com/

http://www.trackur.com/

http://www.visibletechnologies.com/

http://tweetbeep.com/